Home / Ratgeber / 04 Januar 2018 / Bestattung & Todesfall

Feuerbestattung / Einäscherung - Kosten & Ablauf einer Kremierung

Die Feuerbestattung, auch Einäscherung, Kremierung, Kremation oder Brandbestattung genannt, ist mittlerweile die häufigste Bestattungsform in Deutschland. Dabei sollte man allerdings differenzieren, da die Kremierung, also die Verbrennung des Leichnams, Voraussetzung für viele Beisetzungsformen ist.

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Stilvolle Grabsteine - Author Jenny Röck

Feuerbestattung & Einäscherung – alle Infos

 

Einäscherung und Religion

Gläubige Menschen legen viel Wert darauf, wie ihre Kirche zur Feuerbestattung steht. Dabei hat jede Religion ihre eigenen Ansichten und Traditionen.

 

Betender Enge aus Bronze

Im Christentum gehört die Einäscherung nicht zu den klassischen Bestattungsarten | ©Fotolia – reimax16

 

Christentum

Die christliche Kirche hat die Einäscherung der Toten lange Zeit abgelehnt. Mittlerweile wird die Feuerbestattung toleriert, aber immer noch nicht gefördert. Grund für die Ablehnung ist der Glaube an die Auferstehung.

 

Hinduismus

Im Hinduismus dagegen ist die Feuerbestattung erwünscht. Die Religion sagt, dass der Körper nur eine Hülle ist und durch die Verbrennung der Natur zurückgegeben wird. Bevorzugt ist dabei die Seebestattung.

 

Islam

Im Islam wird der Leichnam grundsätzlich nicht verbrannt. Die Muslimische Religion sieht eine Erdbestattung vor, bei welcher der Verstorbene ohne Sarg in der Erde beigesetzt wird. Der Leichnam wird gewaschen, in ein weißes Tuch eingehüllt und am nächsten Tag beerdigt.

 

Feuerbestattung - Feuerbestattung und Religion

Ablauf einer Kremierung

Bevor die Kremierung stattfinden kann, muss eine zweite Leichenschau durchgeführt werden. Das ist nötig, da der Leichnam nach der Einäscherung nicht mehr untersucht werden kann und Irrtümer ausgeschlossen werden müssen.

Anschließend wird der Verstorbene ins Krematorium gebracht. Dort werden erneut die Identität und alle vorliegenden Dokumente geprüft. Jetzt erhält der Verstorbene eine Nummer und wird in einem Kühlraum aufbewahrt, bis die Kremation durchgeführt wird.

Der sogenannte Schamottenstein wird mit den Daten des Verstorbenen und der Einäscherungsnummer versehen und auf dem Sarg befestigt. Da er feuerfest ist, bleibt er bei der Kremierung erhalten und wird mit der Asche in die Urne gegeben.

In einer Einäscherungskammer wird der Leichnam in seinem Sarg verbrannt. Der Ofen muss dabei mindestens eine Temperatur von 850°C  erreichen. Erst dann wird der Leichnam in den Ofen gelassen. Diese Prozedur dauert etwa ein bis zwei Stunden. Danach wird die Asche mit dem Schamottenstein in eine Aschekapsel gegeben. Diese ist luftdicht verschlossen und wird in die von Ihnen ausgesuchte Urne gegeben.

 

feuerbestattung - ablauf einer kremierung

 

 

Die Urne

Eine Aschekapsel ist notwendig für eine Feuerbestattung, da darin die Asche des Verstorbenen nach der Kremierung gefüllt wird. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Schmuckurnen. Sie sind dekorativ gearbeitet und geben der Aschekapsel eine ansprechende Hülle.

Sie können die Schmuckurne ganz nach Ihrem Geschmack aussuchen. Dabei gibt es viele unterschiedliche Materialien, Designs und Formen. Neben Bestattungsinstituten, bieten Onlineshops heutzutage eine große Auswahl an stilvollen Urnen.

Urnen werden aus vielen verschiedenen Materialien hergestellt. Man findet sie aus Stein, Metall oder Holz. Es gibt aber auch außergewöhnliche Modelle wie zum Beispiel aus Papier. Die Preise sind davon abhängig, welches Material verwendet wurde und wie aufwendig sie gearbeitet sind.

Urne mit Kerzen und Blumen

Die Schmuckurne kann nach dem persönlichen Geschmack gewählt werden | ©Fotolia – Syda Productions

 

Beisetzung der Asche

Die klassische Variante der Beisetzung ist in einem Urnengrab auf dem Friedhof. Hier erhält jede Urne ein eigenes Grab, welches mit Pflanzen geschmückt und von Hinterbliebenen besucht werden kann. Das Kolumbarium und die Urnenstele sind überirdische Gebilde aus Stein, in welchen die Urnen eingesetzt werden. Hier erhält jeder Verstorbene ein Erinnerungsschild mit seinem Namen und seinen Daten.

 

Urne mit Blumen

Auch auf See kann eine Trauerfeier stattfinden | © Fotolia – Christian Colista

 

Eine weitere Möglichkeit der Urnenbeisetzung ist die Seebestattung. Diese war früher nur für Seeleute erlaubt, heute kann jeder seine Asche in einer Urne auf dem Meer beisetzen lassen. Dabei wird die Asche nach der Kremierung in einer wasserlöslichen Urne bei einer Zeremonie auf einem Schiff ins Meer gelassen.

Das offene Meer ist die richtige Ruhestätte für Menschen, die vor ihrem Tod die Freiheit geliebt haben.

Die Baumbestattung ist wiederum bei naturverbundenen Menschen besonders beliebt. Hier wird die Asche nach der Kremierung in einer biologisch abbaubaren Urne unter einem Baum in einem Bestattungswald beigesetzt.

 

Baumwurzeln auf einem Waldfriedhof

Ein Baumgrab bietet die letzte Ruhe in einem friedlichen Wald | ©Fotolia – Tom Bayer

Eine kostengünstige Beisetzungsart ist die anonyme Bestattung. Sie ist beliebt, weil sie eine Alternative zu der meist sehr teuren Bestattung auf einem Friedhof. Dabei wird die Asche des Verstorben wird auf einem sogenannten Aschefeld, das sich auf Friedhöfen befindet, ausgestreut.

 

Kosten

Die Feuerbestattung ist im Verhältnis eher günstiger als eine Erdbestattung. Allerdings sind die Kosten davon abhängig, wie Sie sich die Beisetzung vorstellen und welche Wünsche Sie haben. Die Kosten für das Bestattungsunternehmen, das sich um die Überführung, das Zurechtmachen des Verstorbenen, die Aufbahrung usw. kümmert, betragen in etwa 700 € – 2.000 €. Die Kremationskosten haben in etwa eine Höhe von 200 € – 500 €, wobei der Preis allein für die Einäscherung des Leichnams ist. Wenn Sie sich eine Trauerfeier dazu wünschen, entstehen zusätzliche Kosten.

Insgesamt sollte man für eine Feuerbestattung mit einem Betrag von 2.500 € bis 7.000 € rechnen. Die Preise schwanken allerdings stark. Außerdem hängen die Kosten auch immer davon ab, wie umfangreich die Leistungen sind.

 

Rechtliche Hinweise

Für die Einäscherung eines Verstorbenen gibt es eine Reihe von Vorschriften, die erfüllt werden müssen. Sie sollen Irrtümer ausschließen.

 

Schriftliche Willenserklärung des Toten oder Hinterbliebenen

Hat der Verstorbene vor seinem Tod schriftlich festgehalten, dass sein Leichnam eingeäschert werden soll, ist eine Kremierung erst möglich. Ist das nicht der Fall, aber Sie sind überzeugt davon, dass das der Wunsch des Verstorbenen wäre, dann können Sie auch eine schriftliche Erklärung abgeben und diesen Wunsch äußern. Das ist Voraussetzung für eine Einäscherung.

 

Zwei Leichenschauen sind Pflicht

Darüber hinaus darf eine Feuerbestattung nur nach einer zweiten Leichenschau erfolgen. Das Krematorium stellt so sicher, dass der Tote eines unter natürlichen Umständen verstorben ist und dass es bei der Identität des Leichnams keine Zweifel gibt.

 

Die gesetzliche Frist muss eingehalten werden

Eine Einäscherung darf frühestens nach 48 Stunden erfolgen. Die gesetzlich vorgeschriebene Frist muss eingehalten werden.

 

Zusammenfassung

Bei der Einäscherung muss eine zweite Leichenschau erfolgen und die Identität des Verstorbenen wird akribisch dokumentiert. So wird verhindert, dass es zu einer Verwechslung kommt. Da immer jeweils ein Verstorbener kremiert wird, kann es nicht vorkommen, dass die Asche eines Leichnams mit der von anderen Körpern vermisch wird.

Die Kosten einer Feuerbestattung schwanken stark, sind aber in der Regel günstiger als bei einer Erdbestattung. Beachten sollte man aber, dass zusätzliche Kosten durch gesetzliche Vorschriften entstehen.

Der Prozess der Einäscherung ist die Basis für eine Reihe von Beisetzungsformen. Wenn Sie sich für eine Kremierung entschieden haben, folgt danach noch die Entscheidung, wie die Asche beerdigt werden soll.

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Autor bei Stilvolle Grabsteine

Jenny Röck

Über den Autor

Jenny hat im Herbst 2017 ihr Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien beendet.

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