Home / Ratgeber / 05 Oktober 2017 / Bestattung & Todesfall

Die BESTATTUNG der KATHOLISCHE KIRCHE – Alle INFOS zu TRADITIONEN & RITUALEN

Vor über 2.000 Jahren entstand durch die Ansichten und den Glauben von Jesus Christus eine neue Religion: das Christentum. Wie das Leben, ist auch der Tod eines Katholiken von vielen Riten und Traditionen geprägt.

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Stilvolle Grabsteine - Author Franziska Selig

Vor über 2.000 Jahren entstand durch die Ansichten und den Glauben von Jesus Christus eine neue Religion: das Christentum. Wie das Leben, ist auch der Tod eines Katholiken von vielen Riten und Traditionen geprägt. Die katholische Bestattung hat keine exakt vorgeschriebene Vorgehensweise, allerdings ist der Ablauf der Beerdigung in den streng katholischen Gemeinden relativ gleich. Am Bedeutendsten ist hierbei immer das Reinwaschen der Seele des Verstorbenen sowie das Bitten um Gottes Gnade. Da der Tod eines Christen zumeist die gesamte Gemeinde betrifft, kann die sogenannte Totenmesse umso größer ausfallen. Sie dient dazu, den Verstorbenen ein letztes Mal zu ehren und einen angemessenen Abschied sowie Geleit in die letzte Ruhe zu bereiten. Im Christentum ist der Tod zeitgleich auch ein Neuanfang, da die Seele ins Jenseits entlassen wird. Im Folgenden finden Sie alle Informationen zu den Traditionen und Riten der katholischen Bestattung und einen traditionellen Ablauf sowie den Vergleich zum evangelischen Christentum.

 

 

Besondere Rituale der katholischen Bestattung

Bei den Katholiken gibt es keine exakten Vorschriften zum Ablauf und zum Umfang der Bestattung. Sollte aber eine Person im Sterben liegen, wird in den meisten Fällen ein Geistlicher gerufen. Dieser segnet und salbt den Sterbenden, wozu ein Tisch mit Kreuz, Kerzen und Weihwasser aufgestellt wird. Um die Seele des Sterbenden zu reinigen und zu befreien, wird diesem die letzte Beichte abgenommen und so von seinen Sünden befreit. Der Priester zitiert danach Zeilen aus der heiligen Schrift und ein gemeinsames Vaterunser-Gebet folgt.

 

Bei der traditionellen Trauerfeier zitiert des Priester einige Zeilen aus der Bibel. | © BillionPhotos.com

Bei der traditionellen Trauerfeier zitiert des Priester einige Zeilen aus der Bibel. | © BillionPhotos.com

Nachdem der Tod eingetreten ist, werden die Hände des Verstorbenen, wie bei einem Gebet, ineinander gefaltet. Der Tod eines katholischen Christen betrifft zumeist die gesamte Gemeinde, weshalb sehr viele an der Totenmesse teilnehmen.

Bei der Totenmesse, auch Requiem oder Seelenmesse genannt, wird die verstorbene Person noch einmal gewürdigt und die Gemeinde betet und bittet für sein Seelenheil. Im katholischen Christentum gibt es die Überzeugung, dass die Seele von Gottes Gnaden abhängig ist, welche durch Fürbitten erlangt werden kann. So ist der Tod zwar das Ende des irdischen Lebens, aber gleichzeitig eine Geburt ins ewige Leben im Antlitz Gottes.

Ablauf der katholischen Trauerfeier

Eine katholische Trauerfeier hat entsprechend der Ordnung der Kirche einen vorgeschriebenen Ablauf. So beginnt sie beispielsweise mit Musik beziehungsweise mit gemeinsamen Gesang. Dabei steht die Wahl der Musik und der Instrumente im engen Zusammenhang mit dem Ort. Während in der Kirche traditionell die Kirchenorgel zu Beginn erklingt, wird in einer Trauerhalle zumeist ein Harmonium oder eine elektrische Orgel verwendet. Nach der Musik folgt das Beträufeln des Sarges oder der Urne mit Weihwasser, um an die Taufe zu erinnern.

Mit Jesus Christus bist du durch die Taufe verbunden, mit ihm bist du gestorben, mit ihm wirst du leben.

Danach folgt die Begrüßung der Trauergemeinde durch den Priester, gefolgt von den drei Kyrie-Rufen, welche von der Trauergemeinde wiederholt werden. Die Kyrie-Rufe bestehen traditionell aus drei Anrufungen:

 

  • „Kyrie eleison“
  • „Christie eleison“
  • „Kyrie eleison“

 

Nach dem kurzen Eingangsgebet, in welchem der Priester die Situation beschreibt und um Gottes Gnade für den Verstorbenen bittet, folgt eine Schriftlesung aus der Heiligen Schrift, der Bibel. Anschließend folgt die Homilie, eine Trauerpredigt, die auf das Leben des Verstorbenen ausgerichtet ist. Hierbei wird die frohe Botschaft vom Leben und der Auferstehung Jesu Christi auf das Leben der verstorbenen Person bezogen. Während der anschließenden Stille, können die Angehörigen die gepredigten Worte in Bezug auf ihr eigenes Leben und das Leben des Verstorbenen bedenken. Bei dem darauffolgenden Lied oder Psalm, wird die trauernde Gemeinde dazu aufgefordert mitzusingen beziehungsweise mitzusprechen, um danach gemeinsam für die Erlösung des Verstorbenen zu bitten. Nach dem anschließenden Gebet, in dem Gott gepriesen und gebetet wird, die verstorbene Person bei sich aufzunehmen, wird der Sarg oder die Urne zur letzten Ruhestätte begleitet. Je nach den örtlichen Riten wird dabei auch wieder gesunden oder der Weg mit Glockenklängen begleitet.

 

Der Sarg wird gemeinsam zur Grabstätte begleitet. | © Eugen Thome

Der Sarg wird gemeinsam zur Grabstätte begleitet. | © Eugen Thome

Was gibt es bei einer katholischen Bestattung zu beachten?

Bei der Wahl der Bestattungsform haben die Katholiken theoretisch keinerlei Einschränkungen; jedoch werden nicht alle Formen ohne weiteres geduldet. So wird beispielsweise eine anonyme Bestattung in den christlichen Gemeinden abgelehnt, da ein tatsächlicher und gekennzeichneter Ort für die Verarbeitung der Trauer sehr wichtig ist. Ein konkreter Ort mit Grabstein und Grabschmuck dient der Erinnerung und hat für die Angehörigen im Prozess der Trauer eine heilende Bedeutung. Für die katholische Kirche ist der Friedhof heilig und der einzige Ort, um einen würdevollen Umgang mit den Überresten sowie einen angemessenen Abschied sicher zu stellen. Aus diesem Grund kämpfen die Kirchen für einen Erhalt der Friedhofspflicht, da sie den Lockerungen in Bezug auf die Friedhofsregelungen kritisch gegenüberstehen.

Die Einäscherung des Leichnams ist unter dem katholischen Glauben erst seit 1963 möglich. Es gibt jedoch bis heute Vorbehalte in einigen streng katholischen Regionen, da der Verstorbene nach der Verbrennung nicht mehr ins Jenseits eingehen und wiederauferstehen kann. Auch heutzutage überwiegen deshalb die Erdbestattungen im Sarg bei den Katholiken. Dabei ist es nicht unüblich, dass die Grabflächen nach einer gewissen Zeit wieder neu zugeteilt und genutzt werden.

 

Wie steht die katholische Kirche zu den Bestattungsformen?

Unterschied der katholischen & evangelischen Kirche

Die evangelische Kirche ging aus der katholischen Kirche hervor, denn am Anfang waren alle Christen katholisch. Martin Luther entdeckte damals viele Missstände in der christlich-katholischen Religion und Kirche, woraufhin er protestierte. Da viele Menschen genauso dachten wie er, bildete sich eine neue Glaubensrichtung, das evangelische beziehungsweise protestantische Christentum, heraus.

Da beide Konfessionen das Christentum bilden, haben sie trotzdem viele Gemeinsamkeiten. So gilt beispielsweise die Heilige Schrift als Wort Gottes und bei beiden Glaubensrichtungen gibt es die Vorstellung, dass Gott ihnen das ewige Leben schenken will.

Dennoch gibt es auch viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfessionen. Im Evangelium gibt es keinen Papst, da es für die evangelische Kirche unvorstellbar wäre, dass ein Papst unwiderrufliche Entscheidungen treffen darf, obwohl vor Gott eigentlich alle Menschen gleich sind. Auch die Anzahl der Sakramente unterscheidet sich. Während die katholische Kirche insgesamt sieben verschiedene Sakramente sein Eigen nennt, werden bei der evangelischen Kirche lediglich zwei anerkannt: die Taufe und das Abendmahl. Da sich die Protestanten und die Katholiken aber in den meisten Glaubensfragen einig sind, versuchen viele, die Religion wieder gemeinsam auszuleben, da sie alle Christen sind.

 

Bei der evangelischen Gemeinde zählen nur die Taufe und das Abendmahl als Sakramente | © Antonio Gravante

Bei der evangelischen Gemeinde zählen nur die Taufe und das Abendmahl als Sakramente | © Antonio Gravante

Zusammenfassung

Das katholische Christentum ist eine Religion mit vielen Traditionen und Riten, auch in Bezug auf die Bestattungskultur. Schon wenn eine Person im Sterben liegt, wird ein Geistlicher gerufen, um der sterbenden Person die letzte Beichte abzunehmen und so die Seele reinzuwaschen. Schließlich kommt es nach dem Tod auf Gottes Gnade an, ob die Seele ins Jenseits eintreten darf. All diejenigen, die nicht an Gott und das Leben im Jenseits glauben, werden hingegen zu ewigen Qualen in der Hölle verdammt. Beim Tod eines Christen ist zumeist die gesamte Gemeinde betroffen und nimmt deshalb gemeinsam an der Totenmesse teil, in welcher sie vor allem für das Seelenheil und Gottes Gnade für den Verstorbenen beten und bitten. Mit christlichen Liedern und Zeilen aus der Bibel wird der Verstorbene schließlich zur letzten Ruhestätte geleitet. Dabei ist in den katholischen Gemeinden immer noch die traditionelle Erdbestattung im Sarg verbreitet, trotzdem ist eine Feuerbestattung mittlerweile auch in christlichen Regionen erlaubt. Trotz einiger Lockerungen läuft eine katholisch-christliche Bestattung immer noch sehr traditionell ab und signalisiert die tiefe Verbundenheit zu Gott.

Nützliche Informationen zu anderen traditionellen Bestattungsriten, beispielsweise im Judentum oder im alten Ägypten, finden Sie auf stilvolle-grabsteine.de.

Finden Sie weitere Tipps zum Thema Bestattung

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    Franziska Selig

    Über den Author

    Franziska Selig (21) ist Studentin im Bereich der BWL mit Schwerpunkt Marketing an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

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