Home / Ratgeber / 06 Oktober 2017 / Bestattung & Todesfall

RECHTE & PFLICHTEN im TODESFALL - WAS TUN ? | 10 PUNKTE im ÜBERBLICK

Das Eintreten des Todes ist nicht immer vorauszusehen. Doch egal ob der Verstorbene einer Krankheit erlegen ist oder plötzlich verstarb müssen viele Angelegenheiten geregelt werden.

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Stilvolle Grabsteine - Author Vanessa Rust

Das Eintreten des Todes ist nicht immer vorauszusehen. Doch egal ob der Verstorbene einer Krankheit erlegen ist oder plötzlich verstarb müssen viele Angelegenheiten geregelt werden. Nicht nur die Beisetzung und die Trauerfeier sollten organisiert werden, auch Fristen müssen eingehalten werden. Gewissen Pflichten wie der Totenschein oder die Finanzierung der Bestattung sind dabei sogar durch das Gesetzt fest geklärt. Wer für die Kosten aufkommen muss, wem die Organisation der Trauerfeier zusteht und welche Richtlinien Sie vorab einhalten müssen, erfahren Sie im folgenden Beitrag. Zudem informieren wir von stilvolle-grabsteine.de Sie über Vorkehrungen welche bereits vor dem Tod getroffen werden können und über die Unterstützung des Bestattungsunternehmens.

 

 

Beispiel einer Geburtsurkunde aus DDR Zeiten – Diese ist ein wichtiges Dokument und bis zum Versterben aufzubewahren | Bildquelle: © Fotolia

 

Einzuhaltende Fristen

Ein eintretender Todesfall bringt neben der Trauer auch viele weitere Schwierigkeiten mit sich. Jedes Bundesland hat eigene Regelungen wie in solch einem Fall vorgegangen werden muss. Bundesweit gilt die Friedhofspflicht sowie die unverzügliche Feststellung des Todeszeitpunkts, der Todesursache sowie -art. Bevor jedoch die Trauerfeier organisiert werden kann, ist es wichtig, einige Schritte zu gehen. Manche davon sind teilweise durch Fristen geregelt.

 

  1. Überführung in die Leichenhalle

Binnen 24 bis 48 Stunden nach dem Tod muss eine Person in die Leichenhalle oder das Krematorium gebracht werden. Diese befinden sich zumeist auf Friedhöfen und dienen vorranging zur Aufbahrung oder Kremation des Verstorbenen. Oftmals findet hier auch noch eine zweite Leichenschau statt –  beispielsweise vor der Einäscherung, da nach dieser keine Obduktion mehr durchgeführt werden kann.

 

  1. Beisetzung

Die Beisetzung eines Verstorbenen kann frühestens 48 Stunden nach dem Tod vollzogen werden. In der Regel ist eine Beisetzung spätestens 8 Tage danach. Soll die Bestattung vor der Sterbefallbeurkundung stattfinden, muss jedoch ein Antrag auf eine Bestattungsgenehmigung gestellt werden. Die finanzielle Last der Feier ist im Detail im §1968 des BGB geregelt, wobei allgemein gilt: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers“, ebenso wie die Grabkosten.

 

  1. Versicherungen

Versicherungen setzten keine festgelegte Frist, wann der Träger über den Todesfall informiert werden sollte. Dennoch ist es ratsam, dies innerhalb der zwei darauffolgenden Tage zu tun. Wichtig ist es, diese vorerst zu informieren und nicht sofort zu kündigen, da sonst der Versicherungsschutz eines Wohngebäudes erlöschen würde. Bei unter anderem KFZ-Versicherungen kann man zudem auch entscheiden, ob die Versicherung gekündigt oder der Wagen auf eine andere Person der Familie umgeschrieben werden soll.

 

Der Nachlass in einem Todesfall ist mit vielen bürokratischen Richtlinien verbunden. | Bildquelle: © Fotolia - Maurice Tricatelle

Der Nachlass in einem Todesfall ist mit vielen bürokratischen Richtlinien verbunden. | Bildquelle: © Fotolia – Maurice Tricatelle

Organisation

  1. Totenschein

Sobald ein Todesfall eintritt, ist es essentiell, einen Arzt zu verständigen, welcher den Verstorbenen untersucht. Dieser stellt den Totenschein frühestens nach zwei Stunden aus, da vorher einige Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Primär ist die Person für die Verständigung verantwortlich,

 

  • welche mit der Person in einer Gemeinschaft gelebt hat
  • in deren Wohnung es sich ereignet hat
  • die bei dem Tod zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist

 

Hat der Verstorbene in einer Einrichtung wie einem Hospiz, einem Krankenhaus, Pflegeheim oder Seniorenheim gewohnt, muss man sich nicht persönlich um diese Angelegenheit kümmern. Die jeweilige Einrichtung ist dafür zuständig, dass der Totenschein rechtzeitig ausgestellt wird. Spätestens drei Tage nach dem eingetretenen Todesfall muss dann das örtliche Standesamt über das Ableben unterrichtet werden.

 

Für den Fall, dass eine unbekannte Person aufgefunden wird oder Anzeichen von Gewalt vorhanden sind, sollten zusätzlich die Polizei oder die Staatanwaltschaft umgehend benachrichtigt werden.

 

  1. Sterberegister

Bestimmte Unterlagen sind notwendig, um das Sterberegister ausfüllen zu können, welche sich zumeist im direkten Besitz nahestehender Angehöriger befindet.

 

Geregelt sind diese Notwendigkeiten im §31 des PStG, mithilfe derer man gebührenfrei die Sterbeurkunde für die Bestattung und zum Vorlegen für die Versicherungen erhält.

 

Spätestens, wenn die ersten organisatorischen Angelegenheiten geregelt sind, sollten weitere Verwandte, Freunde und Kollegen über das Ableben informiert werden, damit diesen eine angemessene Zeit der Verabschiedung geboten wird. Zusätzlich kann eine Todesanzeige geschalten werden, welche sowohl online, als auch in der regionalen Tageszeitung erscheinen kann.

 

  1. Testament

Damit zwischen Verwandten keine Missverständnisse oder Konflikte aufkommen, ist es sinnvoll, so schnell wie möglich die Angelegenheiten des Testaments zu klären. Dies ist zudem wichtig, da laut Gesetz der Erbe die Kosten der Beerdigung tragen muss.

Die Beisetzung ist ein wichtiger Schritt der Trauerbewältigung.

 

  1. Totenfürsorge

Die Totenfürsorge beschreibt die Art und den Ort der Bestattung. Allgemein gilt, dass diese nach den Wünschen des Verstorbenen durchgeführt werden muss. In z.B. Nordrhein-Westfalen können Personen ab 14 Jahren über ihre Beisetzung entscheiden, in Bayern unter anderem ab 16 Jahren. Ist jedoch nicht bekannt, welche Art und Weise der Bestattung sich die verstorbene Person gewünscht hat, gibt es eine festgelegte Reihenfolge der nächsten Angehörigen:

 

  • Ehegatten/ Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • (volljährige) Kinder
  • Eltern
  • (volljährige) Geschwister
  • Großeltern
  • (volljährige) Enkelkinder

 

Bei dem Vorkommen mehrerer Verwandten des gleichen Grades, wie z.B. zwei volljährige Geschwister, müssen sich diese einstimmig über die Bestattung einigen. Die einzige Ausnahme bildet Rheinland-Pfalz, da es dort dem Erben überlassen ist, die Beisetzung zu organisieren.

 

  1. Bestattungsinstitut

Vor, während oder nach der Klärung der Erbträger und der Verantwortlichen für die Trauerfeier ist es wichtig, ein Bestattungsinstitut zu beauftragen. Dieses kann Sie in jeglichen Situationen unterstützen, beispielsweise dem Benachrichtigen der Versicherungen, organisatorischen Belangen oder finanziellen Fragen. Zu beachten ist, dass für solche Dienste oft zusätzliche Kosten auf Sie zukommen.

 

Das Bestattungunternehmen kann bei der Organisation eine große Stütze sein. | Bildquelle: © Fotolia - auremar

Das Bestattungunternehmen kann bei der Organisation eine große Stütze sein. | Bildquelle: © Fotolia – auremar

Vorsorge

Um so wenigen Komplikationen wie möglich nach einem Todesfall gegenüberzustehen, ist es ratsam, gewisse Vorkehrungen im Vorfeld zu treffen. Diese können sowohl von jemanden selbst vor dem eigenen Tot getroffen werden, als auch von den Angehörigen.

 

  1. gewünschte Bestattungsform

Die Art, der Bestattungsort und/ oder die Totenfürsorge sollte im bestmöglichen Fall durch die Wünsche der verstorbenen Person bestimmt werden. Hierfür ist es wichtig, sich im Voraus mit der Person zu verständigen, ob diese sich eine Erdbestattung in einer Urne, in einem Sarg oder eine alternative Beisetzungsart wünscht wie auf einem Waldfriedhof oder  als Seebestattung.

 

  1. Liste mit wichtigen Unterlagen

Einen Ordner mit den wichtigsten Unterlagen und Informationen anzulegen, ist nicht nur wichtig um den Angehörigen beim Eintreten eines Todesfalls die Organisation so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Solch ein Aufbewahrungsort kann Versicherungsunterlagen, Bankverbindungen, Mietverhältnisse oder auch persönliche Unterlagen wie die Geburtsurkunde enthalten.

Hinterbliebenenrente

Oftmals entsteht durch das Ableben einer geliebten Person der Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, welche je nach Alter und Beziehung unterschiedlich ausfällt. Zum einen gibt es die Witwenrente. Ab einem gewissen Alter steht einem die „große“ Witwenrente zu, davor die „kleine“. Der Unterschied liegt maßgeblich in der Höhe des Anspruchs und den Anspruchsvoraussetzungen. Weiterhin wird zwischen dem neuen und dem alten Recht unterschieden. Die Erziehungsrente steht Geschiedenen zu, welche sich um ein minderjähriges Kind kümmern. Bei behinderten Kindern kann dieser Zeitraum in gewissen Situationen verlängert werden, beispielsweise wenn es nicht in der Lage ist, sich selbstständig zu versorgen. Kindern unter 18 Jahren steht zudem die Waisenrente zu. Unter Umständen kann diese auch bis zu dem 27. Lebensjahr ausgezahlt werden, wie bei einer länger andauernden Ausbildung oder einer Behinderung. Besondere Regelungen gelten zudem bei Beamten. Dem Ehepartner steht in diesem Fall nach dem Ableben das Gehalt für den Sterbemonat sowie die zwei darauffolgenden zu. Danach folgt die Witwenrente.

 

Zusammenfassung

Im Falle des Todes ist es wichtig, zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen. Von Fristen für den Totenschein über das Informieren der Versicherungen bis hin zu Angelegenheiten bezüglich des Testaments, müssen viele Dinge beachtet werden, bevor es an die Organisation der eigentlichen Trauerfeier geht. Gesetzlich ist geregelt wer diese plant, ausrichtet und zahlt. Bei allem, was durch die Trauer zusätzlich erschwert wird, kann jedoch auch um die Hilfe des Bestattungsunternehmens gebeten werden. Dieses kann Ihnen Aufgaben abnehmen oder Sie unterstützen. Sowohl für die Angehörigen, als auch für die Umsetzung der Wünsche des Verstorbenen ist es ratsam, bereits im Voraus die wichtigsten Informationen zu sammeln und die gewünschte Bestattungsmethode zu besprechen. Gibt es weitere Fragen über Rechte und Pflichten im Falle eines Todes? Dann wenden Sie sich an uns oder lesen Sie weitere Beiträge in unserem Ratgeber.

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Vanessa Rust

Über den Author

Vanessa Rust (23) ist Studentin an der Universität Erfurt für Anglistik/Amerikanistik und Management.

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