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Erdbestattung (mit Sarg) - Kosten, Ablauf, Frist & Vorteile im Überblick

Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, gibt es vieles, an das man denken muss. Die Art der Bestattung ist eine sehr persönliche und individuelle Entscheidung. Hat der Verstorbene vor seinem Tod keinen Wunsch geäußert, liegt die Wahl bei den Angehörigen.

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Stilvolle Grabsteine - Author Friederike Huth

Erdbestattung mit Sarg – Kosten, Ablauf, Fristen und mehr

Die Erdbestattung in einem Sarg ist die traditionelle Form der Beisetzung und fest im christlichen, jüdischen und muslimischen Glauben verwurzelt. Bis vor wenigen Jahren war es die einzige Bestattungsform, die von der Kirche anerkannt wurde. Welche Vorteile und Nachteile die Erdbestattung bietet, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie die Beerdigung abläuft erfahren Sie in den folgenden Kapiteln.

 

Vorteile

Die Erdbestattung bietet gegenüber anderen Bestattungsformen einige Vorteile.

 

Vorteile Erdbestattung

 

Natürlichkeit

Für viele Menschen gehört der langsame Zerfall des Körpers zum Kreislauf des Lebens dazu. Deshalb wird die Erdbestattung oft als natürlich empfunden und deshalb anderen Beisetzungsformen vorgezogen.

 

Ein Platz zum Trauern

Der Friedhof als Ort der Ruhe bietet Hinterbliebenen einen Raum zum Trauern und sich gegenseitig Halt geben. Der Friedhof ist also nicht nur Ruhestätte für die Verstorbenen, sondern bietet auch Trauernden Platz und Gelegenheit, den Tod zu verarbeiten und damit umzugehen.

 

Trauernde-Frau-auf-dem-Friedhof

Der Friedhof spendet vielen Trauernden Trost | ©Fotolia – Dan Race

Nachteile

Es gibt allerdings auch einige Nachteile, die die Erdbestattung für viele weniger attraktiv machen.

 

Nachteile Erdbestattung

 

Platzmangel

Da der Verstorbene in seinem Sarg viel Platz braucht, werden für Erdbestattungen große Gräber benötigt. Der Platz für Friedhöfe ist allerdings beschränkt und wird vor allem in Städten knapp. Da nicht unbegrenzt Platz ist, schauen sich inzwischen viele Menschen nach alternativen Bestattungsmöglichkeiten um.

 

Hohe Kosten

Die Bestattung in einem Sarg ist mit besonders hohen Kosten verbunden. Meistens ist sie deutlich teurer als beispielsweise die Feuerbestattung. Da der Aufwand für das Bestattungsunternehmen deutlich höher ist und Materialien, wie zum Beispiel der Sarg, mehr kosten, können hier mehrere Tausend Euro zusammen kommen. Der höhere Preis für Särge einer Erdbestattung ist meist der Tatsache geschuldet, dass stabilere Särge genutzt werden, die dem Druck unter der Erde standhalten.

 

Folgekosten

Auch die laufenden Kosten nach der Beerdigung sind deutlich höher als bei anderen Bestattungsformen. Die Grabnutzungsgebühren und Kosten für die Grabpflege sollten immer mit einberechnet werden.

GRAFIK

Frist

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass ein Verstorbener in einem bestimmten Zeitraum beerdigt werden muss. Die Fristen unterscheiden sich in den Bundesländern allerdings sehr.

 

Frühestmöglicher Zeitpunkt

Der frühestmögliche Zeitpunkt, zu dem die Beerdigung erfolgen kann, ist 48 Stunden nach dem Tod. Unter bestimmten Umständen kann die Beisetzung auch vor dieser Frist erfolgen. Das erfordert allerdings eine Genehmigung, die nur unter bestimmten Umständen ausgestellt wird.

In Baden-Württemberg kann ein Verstorbener auch schon direkt nach der Ausstellung des Totenscheins beerdigt werden. Das geht aber nur, wenn religiöse Gründe eine Bestattung am nächsten Tag rechtfertigen. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es seit 2014 möglich, früher beerdigt zu werden.

 

Ablauf der Bestattungsfrist

Wann die Bestattung erfolgt sein muss, hängt davon ab, in welchem Bundesland Sie sich befinden. Da Bestattungen in Deutschland von den Ländern geregelt werden, variiert die Frist stark. Je nach Bundesland sollte die Bestattung zwischen 4 und 10 Werktagen nach Feststellung des Todes erfolgt sein. Teilweise ist das aber auch nur eine Soll-Regelung und das Ordnungsamt kann veranlassen, dass die Frist verlängert wird.

 

Das richtige Grab auswählen

Wenn Sie die Beerdigung eines geliebten Menschen organisieren müssen, sollten Sie sich überlegen, wer den Platz für das Grab auswählen soll. Hat der Verstorbene selbst einen Wunsch geäußert? Wollen Sie die Entscheidung treffen oder überlassen Sie das dem Friedhof? Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie die Ruhestätte für den Verstorbenen ausgesucht wird und einige Faktoren für die Grabwahl spielen eine wichtige Rolle.

 

Wahlgrab

Oft äußern Verstorbene vor ihrem Tod den Wunsch, an einem bestimmten Platz beerdigt zu werden. Das ist häufig unter einem Baum, in der Nähe einer Wiese oder am Rand des Friedhofs. Es könnte auch sein, dass Sie eine Stelle auf dem Friedhof entdecken, die Ihnen gefällt und von der Sie meinen, sie könnte Ihrem Angehörigen gefallen. Dann sollten Sie sich für das Wahlgrab entscheiden. Der Friedhof ermöglicht es Ihnen, ein Grab frei zu wählen und so den Wünschen des Verstorbenen zu entsprechen. Der Nachteil ist allerdings, dass ein Wahlgrab in der Regel mehr kostet als ein ohnehin schon eher teures Einzelgrab einer Erdbestattung.

Der Ort der letzten Ruhe ist für viele eine individuelle Entscheidung.

 

Reihengrab

Wenn für Sie oder den Verstorben der Ort des Grabes nicht relevant ist oder Sie aus Kostengründen weniger Geld für das Grab ausgeben möchten, dann ist das Reihengrab die richtige Wahl für die Bestattung. Hier legt der Friedhof den Platz für das Grab fest. Meistens werden die Plätze der Reihe nach vergeben. Der Vorteil ist, dass der Preis im Vergleich zum Wahlgrab eher niedriger ist. Allerdings wird dann nicht nur der Ort festgelegt, Sie sind bei dieser Wahl auch bei der Gestaltung und der Größe des Grabes eingeschränkt.

 

Vergleich Wahlgrab Urnengrab

Ablauf

Bestattungsunternehmen legen sehr viel Wert darauf, dass die Beerdigung nach Ihren Wünschen erfolgt. Auch der Pfarrer oder Redner der Trauerfeier bespricht mit Ihnen den Ablauf der Trauerfeier ausführlich.

 

Trauerfeier

Normalerweise beginnt die Beerdigung mit einer Trauerfeier in der Friedhofskapelle oder anderen Räumlichkeiten. In einem Gottesdienst oder einer Zeremonie spricht ein Redner darüber, was den Verstorbenen ausgemacht hat. Oft wird die Feier von Musikstücken begleitet und man betet gemeinsam. Für eine Trauerfeier gibt es eine lockere Sitzordnung, an die sich alle Gäste halten sollten. In den vordersten Reihen sitzen die engsten Familienmitglieder. Die Reihen dahinter sind für Verwandte und Freunde des Verstorbenen gedacht. Im hinteren Bereich des Raumes finden sich entfernte Verwandte und Bekannte ein.

 

Rose-bei-einer-Beerdigung

Eine Trauerfeier ist wichtig, um sich zu verabschieden | ©Fotolia – mdennah

Grablege

Danach wird der Sarg, begleitet von der Trauergemeinde, zur Grabstätte getragen. Dort angekommen erfolgt die Grablege, der Sarg wird also in die Erde gelassen. Sie haben dann die Gelegenheit, sich am offenen Grab vom Verstorbenen zu verabschieden. Üblicherweise werden dann etwas Erde oder einzelne Blumen von den Trauergästen auf den Sarg geworfen.

 

Beileidsbekundung

Wenn Sie zu den Hinterbliebenen gehören und Beileidsbekundungen entgegennehmen möchten, können Sie sich dann neben das Grab stellen. Stellen Sie sich etwas weiter weg, signalisiert das den Gästen, dass Sie daran kein Interesse haben.

 

Leichenschmaus

Nach dieser Zeremonie gehen die Trauergäste meist gemeinsam in ein Restaurant oder Lokal, um gemeinsam Kaffee und Kuchen oder eine Kleinigkeit zu Essen einzunehmen. Dabei tauscht man sich gerne über Erinnerungen oder gemeinsame Erlebnisse mit dem Verstorbenen aus.

 

Kosten

Bestattungskosten

Die Kosten sind immer von den persönlichen Vorstellungen abhängig | ©Fotolia – kamasigns

Oft ist den Trauernden nicht bewusst, welche Kosten bei einer Bestattung auf sie zukommen. Das liegt möglicherweise daran, dass nicht pauschal gesagt werden kann, welche Kosten entstehen. Die sind nämlich davon abhängig, wie Sie sich die Beerdigung vorstellen und was Sie sich wünschen. Außerdem schwanken die Angebote der Bestattungsinstitute stark. Lassen Sie sich deshalb von mehreren Instituten Angebote machen oder informieren Sie sich online über die anfallenden Bestattungskosten. Grob sollte man bei einer Erdbestattung mit Kosten von 6.000 € – 8.000 € rechnen.

 

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  • Bestatter: Produkte, Dienstleistung & Zeremonie
  • Friedhof: Gebühren, Grabaushebung & Pflege
  • Steinmetz: Grabstein
  • Florist: Grabschmuck
  • Sonstiges: Totenschein, Todesanzeige, Kirche, Leichenschmaus, etc.

 

Bestatter

Der Bestatter kümmert sich meistens um viele Angelegenheiten, die die Beerdigung betreffen. Von der Überführung des Leichnams über den Sarg bis hin zum Einbetten und Aufbahren des Verstorbenen kümmert sich der Bestatter. Dafür stellt er oftmals eine Gesamtrechnung aus.

 

Friedhof

Gebühren für den Friedhof beinhalten normalerweise das Grab, die Bestattung und alles was notwendig ist, um den Verstorbenen würdevoll beizusetzen. Die Kosten schwanken dabei stark in Abhängigkeit zur Grabwahl. Auch der Friedhofsgärtner verlangt Geld dafür, dass er das Grab nach der Beisetzung anlegt und danach regelmäßig pflegt. Diese Kosten können Sie aber dadurch sparen, dass Sie sich selbst um die Grabpflege kümmern.

 

Grabstein

Grabsteine gibt es in allen möglichen Größen, Steinen und Varianten. Verschiedene Gesteinsarten, die Beschriftung und die Größe des Steins verändern den Preis oft deutlich. Hier können Sie sich über Grabsteine und deren Materialien und Kosten informieren.

Zusammenfassung

Die Erdbestattung als klassische Beerdigungsform gilt als Teil des natürlichen Kreis des Lebens und bietet Hinterbliebenen mit einem Grab auf dem Friedhof Platz zu Trauern und Ruhe zu finden. Allerdings ist eine Erdbestattung mit hohen Kosten und Folgekosten verbunden. Haben Sie sich für eine Erdbestattung entschieden, können Sie sich aussuchen, ob Sie ein Reihengrab und ein Wahlgrab möchten. Beim Wahlgrab haben Sie mehr Möglichkeiten in der Gestaltung, das Reihengrab ist hingegen deutlich günstiger. Allgemein ist eine Erdbestattung eher teurer als andere Formen der Beisetzung.

Haben Sie gerade einen geliebten Menschen verloren, sind die Kosten aber eher zweitrangig. Überlegen Sie sich, was dem Verstorbenen gefallen würde und versuchen Sie, das zu ermöglichen

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Friederike Huth

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